Pre-Cycling

use it before they use it!

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Precycling bezeichnet den Vorgang, aus geliehenen Materialien ein Gebäude zu errichten. Im Gegensatz zum Recycling werden hierbei Materialien eingesetzt, die vor ihrem eigentlichen Verwendungszweck/ ihrer eigentlichen Bestimmung eine Nutzung erfahren. Es entsteht ein Gebäude für einen befristeten Zeitraum. Danach wird es rückgebaut und die neuwertigen Materialien wieder ihrem Leihgeber zurückgebracht. Dieser Umstand erfordert einen sorgsamen Umgang mit dem Material. Das Material wird nicht verklebt, nicht zerschnitten oder beschädigt – alle Fügungsmittel sind wieder lösbar.

Das Precycling lädt ein Material, welches nur für einen Zweck vorgesehen ist, mit weiteren Nutzungen auf. Die Nutzungen werden vernetzt und es entstehen Materialkreisläufe bei dem das Entstehen und Vergehen des Gebauten genau so wichtig werden wie das Produkt selbst. Das Gebäude wird nun als Ereignis in einer Verkettung von weiteren Ereignissen betrachtet. Das Precycling erlaubt der Architektur somit sich zu verändern. Entgegen starren, festbetonierten Gebäuden, die das Abbild eines bestimmten Zeitgeistes manifestieren, verflüssigt das Precycling die Architektur. Sie wird fluide, veränderbar und adaptierbar an eine sich um uns herum ständig verändernde Gesellschaft und Umgebung.

Das Organisieren von Materialien für eine Ausleihe erfordert vertrauen und spielt sich jenseits von ökonomischen Werten auf der sozialen und politischen Ebene ab. Somit wird der Vorgang der Materialakquise selbst zu einem politischen Akt. Dieses Vorgehen stellt jenseits von hochtechnisierten Ansätzen, eine alternative Sichtweise zum nachhaltigen Umgang mit den uns umgebenden Ressourcen dar.

 

umschichten forscht seit 2007 an Strategien für einen ressourcen-schonenden und nachhaltigen Umgang mit Baumaterialien im Bereich der Architektur.